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Verwandt im Vogtland 3

Heute im einundzwanzigsten Jahrtausends ist der erste Tag vom Rest meines Lebens und ich versuche, in der noch verbleibenden Zeit das Gewesene zu dokumentieren. Auf die Frage eines alten Lehrers von mir: „Warum machst du das mit der Ahnenforschung?“ Finde ich keine besondere Erklärung. „War deine Familie etwas besonderes in unserer Stadt?“ „Wir sind nichts Besonderes. Es handelt sich nur um einfache Bauern, die mit verschiedenen Handwerken aufwarten konnten.“

 Es ist nicht nur das Sammeln von Daten, sondern die wachsende Erkenntnis woher ich stamme, welche Vorfahren ich hatte, welche Berufe Fertigkeiten und Fähigkeiten es bei meinen Vorfahren gab und in welche Gebiete sie durch wirtschaftliche Nöte, Kriege und Vertreibung gezogen sind. So ist davon auszugehen, dass der Stamm der Höfers aus dem Vogtland sich aus den Orten Syrau, Rodau, Pausa, Frotschau, Fröbersgrün und Plauen verbreitet hat. Der Begriff dieses Landstriches existiert erst seit 1343 unter dem Namen Vogtland. Nach dem Kaiser Friedrich der I. Barbarossa den Herren von Weida den Titel eines Vogtes verliehen hat, entstand aus den Vererbungen des Hauses Reuß ab 1254 die Vögte Gera, Greiz und Plauen. Das gute Auffinden von Daten aus dieser Zeit ist auch darauf zurückzuführen, dass der Landstrich durch Kriegshandlungen weitestgehend verschont wurde. Die Wirren des Dreißig jährigen Krieges gingen am Vogtland weitestgehend vorbei. Ein Höhepunkt der Auseinandersetzungen mit den Wettiner war, die Bekämpfung der Raubritter im Vogtland im kaiserlichen Auftrag. Dabei kommt es zum Beispiel zur Übernahme der lobdeburgischen Restherrschaft in Elsterberg. Die Burg wurde zerstört und das Raubrittertum beseitigt. Im Simplicissimus steht geschrieben, dass der Markgraf von Meißen die Räuberei beendet hat, in dem er die Übeltäter am Halse aufhängen ließ.

 

Die zweite Besiedlung erfolgte ab 800 durch die Slaven. Bis 1100 kamen aus verschiedenen Richtungen- aus dem Westen drangen ostfränkische Siedler vor (Ortsnamen auf -grün) – aus dem Süden kamen oberpfälzische Siedler (Ortsnamen auf -reuth) und aus dem Norden drangen thüringische Siedler vor – bedingte auch durch kirchliche Entwicklung. Die Slaven wurden zurückgedrängt oder vermischten sich mit den neuen Zuwanderern. Auch die Elsterberger Gegend mit ihren lockeren Böden, mit ihrem geschützten, mäßig feuchten Klima ist ihnen zuzuzählen. Verschiedene archäologische Funde, die bei Elsterberg geborgen wurden, geben überdies Kunde davon, dass Menschen seit Jahrtausenden hier gewirkt und gewohnt haben. Ab da an begann auch die verstärkte Gründung von Dörfern und Gemeinden. Von welcher der Volksgruppen nun die Familie abstammt, kann nicht geklärt werden.

 

Durch die große Anzahl der Nachfahren im Mittelalter auf den Bauernhöfen, war nur Platz für einen Hoferben. So musste der Rest der Nachfahren sich neue Wirkungsfelder suchen. Der Landstrich wird zu unterschiedlichen Zeiten auch in seiner Größe unterschiedlich verstanden. Das Herzstück wird aber immer die die Quelle der Elster und die Gegend um Plauen sei.

 Ab dem 12. Jahrhundert wurde ein zweiter Namen zum Vornamen notwendig. Das sollte auch Verwechslungen vermeiden und Personen genauer definieren. Man begann mit Herkunftsbezeichnungen wie zum Beispiel: (Walter von der Vogelweide, Oberdorfer oder Hofer) das war der einen Hof besaß oder von einem kam. Dieser Brauch des Nachnamens war zu dieser Zeit nicht auf die Familie bezogen und somit auch nicht vererbbar. Ab 1450 besaß jeder einen Familiennamen, gleich welchen sozialen Rang er hatte. Der Name identifizierte die Familie , schuf eine Verbindung zur Vergangenheit und zur Zukunft. Die Vererbung erfolgte nur über männliche Erben und dokumentierte einen gewissen Familienstolz. Die Notwendigkeit eines zweiten Namens zeigt auch die nachfolgende Tabelle mit ihren sprunghaften Anstieg der Bevölkerung ab den 10. Jahrhundert.

Zusammenhang von Lebensalter und Bevölkerungszahl über 2000 Jahre

 

Die Bevölkerung ist somit in 2 Jahrtausenden um das zwanzig Fache gestiegen.

Seit dem Erscheinen des zweiten Ahnenbuches mit dem Titel „Verwandt“ des Vogtländischen Familienbaumes der Familie Höfer im Jahre 2010 sind nun vier Jahre vergangen. In dieser Zeit gab es umfangreiche Ergänzungen, die aus weiteren Forschungsergebnissen stammen. Dabei kann ich auf die Zuarbeit von Brunhilde Sperling, Wolf- Dieter Steinbach und der Familie Kadner zurückgreifen. Alle forschen auf dem Gebiet der Höfers im Vogtland, daneben gibt es Verzweigungen bis nach Glauchau und Meerane. Es fanden sich nach dem Erscheinen des Ahnenbuches noch weitere Teilbäume, die mit dem Namen Höfer verwandt sind und sei es nur durch Einheiraten von Geschwistern des Stammes. Es ist von Vorteil bei der Rückverfolgung der Ahnen, wenn es in den vergangenen Eheverhältnissen wenig oder keine Trennungen oder frühzeitige Todesfälle gab. Das einfache Leben auf dem Lande ließ die Familien auch fest zusammenwachsen. Diese eheliche Verhaltensweise pflanzt sich bis in die Gegenwart fort. Die Mobilität des zwanzigsten Jahrhunderts, die beiden Weltkriege und die rasante wirtschaftliche Entwicklung sprengen die festen Strukturen des Stammes einer Region. Dabei spreche ich immer 1550. Betrachtet man jedoch alle Linien des Stammes, hat jeder von uns eine Million Vorfahren in der zwanzigsten Generation. Das bedeutet für das Jahr 1550 bei einer Weltbevölkerung von 550 Millionen und rund 15 Millionen in Deutschland, dass wir alle miteinander sehr weitläufig verwandt sein müssen.

Eine Frage stellt man sich bei der Betrachtung der Ahnen. Waren sie glücklich, welche Träume und Wünsche hatten sie oder gab es großes Leid unter der Landbevölkerung. Ein Ausdruck dafür sind die Besitzverhältnisse und die Anzahl der Nachfahren in den Familien. Dabei ist es erforderlich nicht nur den Zweig der Höfers zu betrachten, sondern alle anderen Vorfahrenzweige. Bis zur sechsten Generation sind die Berufe dokumentiert:

(Tuchhändler, Schumacher, Bauer, Großbauer, Zimmermann, Drucker, Handweber, Schlosser- Schmied,  Bauarbeiter und Ziegeleibesitzer).

 

Aus den Tätigkeiten lassen sich auch die gesellschaftliche Stellung und die ökonomischen Verhältnisse erkennen.

Aus den Forschungsergebnissen der letzten Jahre tauche ich immer tiefer in die Geschichte der Vorfahren ein. Es ist gelungen, eine lückenlose Vorfahrenlinie der Höfers bis 1550 zu dokumentieren. Auf der nachfolgenden Seite sind die Ahnen ,beginnend bei meinem Urgroßvater Kurt Friedrich Höfer, aufgezeigt. Die sich aus den Geschwistern ableitenden Linien zeigen die Verbreitung des Stammes. Dabei sind noch nicht alle Kinder der einzelnen Generationen erforscht.