Handwerke, die in der Stadt in Elsterberg und Drumherum vorhanden waren.

Bierbrauer Ferdinand Schmidt

 

Steinbruch der Firma Kramer

Schuhmacher um 1900: Bachmann,Böduel, Dietzel, Ditscherlein, Friedrich, Fuchs, Gerbert, Grüner, Kanis, Köhler, Lang, Müller, Opitz, Reißmann, Scheithauer, Stadtmüller, Stark, Weber, Wünsch

Fleischer um 1900: Fuchs. Heckel, Kräfel, Köhler, Lauter, Rothemann, Schulthes, Strobel

Nagler namentlich nicht bekannt

Gerber um 1900: Falk, Fink, Franz

Steinmetz um 1900: Schwenke, später Schneider

Pfasterer Kurt Höfer unter anderen Straßenwart und Pflasterer

Schmiede um 1900: Schönfuß, Söllner

D i e M e i s t e r des S c h l e i f w e r k s , die Äxte, Sensen,

Pflugschare, Scheren und ähnliche Geräte herzustellen und zu

schärfen hatten.

D i e S c h l o s s e r , wohl schon seit der Stadtgründung in

Elsterberg ansässig, werden erst vom 16. Jahrhundert ab urkundlich genannt. ( um 1900: Damisch, Preller, Richard, Rieß)

D i e B ä c k e r bildeten einen wesentlichen Teil der kombinierten

Innung. ( um 1900: Falk, Feustel, Geyer, Hugo, Gruschwitz, Kultscher, Lindner, Löffler, Lorenz, Schenderlein, Schulthes, Seidel, Seifert, Steinmüller, Werner)

D i e B ö t t c h e r . Der große Umfang der Bierbrauerei in den Städten des Mittelalters brachte es mit sich, dass die Böttcherei zu den lohnendsten Gewerben zählte.

D i e T i s c h l e r, wohl seit alten Zeiten in Elsterberg heimisch,

sind urkundlich erstmalig 1514 nachweisbar. ( Beierlein, Kramer, Stengel)

Die „ T i s c h e r u n d G l a s e r i n n u n g s a r t i c u l “ vom 24. Juni 1668 wurden am 16. Dezember 1671 von Carl Haubold Bose bestätigt.

D i e M a u r e r . Das Archiv der Elsterberger Maurerinnung

ist verloren gegangen. Danach wurden die Innungsstatuten am 8. März 1703 von der Elsterberger Schloss Herrschaft bestätigt. um 1900: (Kramer, Lorenz, Piehler, Stier, Treibmann)

 

 

D i e Z i m m e r l e u t e . Die Spezialartikel der Elsterberger

Zimmerleute stammten vom 8. Mai 1666. Das Handwerkssiegel

wies; die Jahreszahl 1672 auf. Ein Elsterberger Zimmermann wird erstmalig im Jahre 1507 erwähnt und zwar in den plauenschen Amtsrechnungen. um 1900: (Lorenz, Stier, Treibmann)

 

Die W e b e r i n n u n g . Ein Zusammenschluss all der Handwerker, die sich mit dem Weben und Wirken von Kleidungsstücken beschäftigten, erfolgte in Elsterberg ziemlich spät, wohl ein Zeichen dafür, daß bis über den Dreißigjährigen Krieg hinaus die Tuchmacher, Leineweber, Trippmacher und ähnliche Berufe innerhalb der Stadt keine große Rolle gespielt haben.

Die Zahl der Meister nahm damals rasch zu, so dass 1654 eine Innung gegründet werden konnte, die Bestätigung des Elsterberger Schlossherrn Carol von Bose fand. Der Anteil an der Vogtländischen Produktion betrug 1.5-2 % 1904 gab es in Elsterberg 16 Firmen mit 2167 mechanischen Webstühlen, 1907 17 Firmen mit 2187 und 1908 18 Firmen mit 2200 Stühlen.

 

Die Z e u g m a c h e r  o d e r  Z e u g w i r k e r umfassten Wollkämmer, Wirker und Färber.

Der Name Schleierhändler fiel und wurde in B a u m w o l l w a r e n h ä n d l e r umgeändert. Nur der durfte in die Innung eintreten und somit Handel treiben,

die Frauen u. Mädchen in einer neu gegründeten S t r o h f l e c h t  1876 im Flechten von Hüten unterwiesen wurden.

D i e S e i f e n s i e d e r . — Elsterberg wird namentlich aufgeführt — Eine p l a u e n s c h e  I n n u n g, der vier Meister in Plauen, einer in Elsterberg und einer in einem anderen vogtländischen Orte angehörten, fand am 12. Oktober 1664 die kurfürstliche Bestätigung. Bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus blühte das Handwerk der Seifensieder und Lichterzieher in Elsterberg.

Das T ö p f e r h a n d w e r k war von jeher in Elsterberg vertreten, wenn auch in ganz geringer Stärke. Die Tongruben auf der Weßnitz waren so ergiebig. um 1900 Roßbach, Ilch (Röhnert)

Die Elsterberger Töpfer bildeten keine eigene Innung, sondern waren Mitglieder des »Voidlendisch topfferhandwergks«, das 1541 »umb ein handtwergksinnung und ordnung« beim Kurfürsten nachsuchte. Als Meisterstück waren ein Topf in Höhe von 1 Elle nebst der dazu gehörigen Knopfstürze, sowie ein ¾ Ellen weiter Reibasch zu fertigen. Der letzte Elsterberger Töpfermeister namens Adler betrieb sein Handwerk bis kurz nach 1870.

Das Töpferhandwerk war von jeher in Elsterberg vertreten, wenn auch in ganz geringer Stärke. Dass einzelne Mitglieder dieses Gewerbes es sogar zu einem den Durchschnitt überragenden Wohlstand brachten, bezeugt eine Urkunde vom Jahre 1535, in der Kaspar von Metzsch zu Netzschkau sein Vorwerk Brunn mit Untertanen zu Oberreichenbach an Magdalene Töpferin zu Elsterberg für 600 Gulden wiederkäuflich verpfändete. Das Rohmaterial entnahmen die Elsterberger Töpfer dem sogenannten »Tonbrunnen« auf der Weßnitz, der einen gelblichen, mageren Ton lieferte, und der »Gippen- oder Steinichtwiese«, deren Tonerde grau und fett war. Die Mischung ergab eine Masse, aus der sich Töpfe, Schüsseln, Kacheln, Kuchenformen und ähnliche Dinge mehr von anerkannter Güte herstellen ließen. Die Tongruben auf der Weßnitz waren so ergiebig, dass man in ihrer Nähe schon vor dem Dreißigjährigen Krieg zwei Arbeiterwohnhäuser erbaute.

Die ältesten Nachrichten über einen Elsterberger S c h i e f e r d e c k e r stammen aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts. um 1900: (Leutsch, Wagner)

Die K ü r s c h n e r u n d H u t m a c h e r scheinen im Mittelalter in Elsterberg ein besseres Auskommen gefunden zu haben. um 1900. (Zicker)

 

Das Handwerk der Bäcker wurde erstmalig im Jahre 1555 erwähnt.

Die Sattler fanden sich 1527 in einer Innung zusammen.

Erstmals wurden genannt die Schmiede 1656, die Wagner 1532 und die Nagler 1509

D i e M ü l l e r. Die in der Stadt-, Franz- und Noßwitzmühle beschäftigten Müller bildeten keine eigene Innung, sondern waren einer Bezirksinnung, wohl der plauenschen, angeschlossen. um 1900. (Hadlich, Steudel)

 

D i e B a d e r . Ein Bader findet 1439 erstmalig Erwähnung. um 1900, (Geibel, Elsterflussbad)

Der S e i l e r a c k e r, der von 1730 an genannt wird und in der Nähe der Käfersleite in der „Hölle“ liegt, bezeugt, dass auch späterhin die Seilerei in Elsterberg blühte. um 1900: (Hermann)

Beutler gab es in Elsterberg ab 1813, ab 1831-1847 waren es 2 Betriebe

  Packer: Elsterberg gehört dermalen zu dem Bestellkreise des Postamtes Reichen-hach, und es muss der Correspondenzverkehr dieser nur 2400 Einwohner zählenden Stadt nur sehr unbedeutend genannt werden, da im Durchschnitt täglich nur etwa 10 Briefe mit Einschluß der Officialsachen und wöchentlich 10 bis 12 Stück Geldbriefe und Packereien dorthin und nach den am Wege liegenden drei Rittergütern Kleingera, Koschütz und Thürnhof vorkommen, wovon übrigens die größte Anzahl aus Officialsachen bestehend an das Untersteueramt und die Hünefeldischen Stiftungsgerichte gelangt. 

Fischer: 1630 Fischereistreit der Herren von Reus mit den Elsterbergern über das Recht zu fischen. Eine Brücke, die Siegmund von Dölau 1599 bei der Rentzschmühle über die Elster baute, war die Veranlassung, dass der alte Streit wieder auflebte; denn die Elsterberger befürchteten durch den Bau, der gewisse Wasserabsperrungen nötig machte, eine Beeinträchtigung ihrer Fischereigerechtsame. Da der von Dölau ihre Einwände nicht beachtete, ließen sie sich hinreißen, die Fischnetze des Herrn von Dölau zu entfernen und einige Holzbehälter zu zerstören, worauf die Elsterberger wieder verklagt wurden. Sie wurden zur Zahlung des Schadens verurteilt, weigerten sich jedoch, irgendwelche Gelder nach Ruppertsgrün abzuführen. Schließlich wurde die Summe auf Gesuch hin für unbestimmte Zeit gestundet. Im Frühjahre 1607 ver-gaßen die Elsterberger alle früheren Abmachungen und fischten in einem Elsterteile, der Herrn von Dölau zugesprochen war. 

Ziegler: 1688-1701 gab es einen Betrieb, daran erinnert noch die Ziegelstraße

Apotheker:

Bedeutend früher als Ärzte erhielt Elsterberg einen Apotheker. Als solcher wird im Jahre 1740 Heinrich Helenius erwähnt, Dieser Apotheker, der einige Jahre in Elsterberg geweilt haben muss, führte ein anstößiges Leben und verschwand kurz nach 1740 aus der Stadt. Seine Apotheke ging ein.

          Von etwa 1791 ab vertrieb der Kaufmann Johann Friedrich Wilhelm Prätorius, von Beruf gelernter und geprüfter Apotheker, Arzneien der gangbarsten Art in Elsterberg. Daraus entwickelte sich die Elsterberger Apotheke, die am 26. März 1794 vom Kgl. Sanitätskollegium in Dresden anerkannt wurde. Ihres geringfügigen Umsatzes wegen war längere Zeit hindurch mit der Elsterberger Apotheke Likörfabrikation und ein Materialwarenhandel verbunden. Bis 1864 wurde dem je-weiligen Apotheker nur eine persönliche Konzession vom Ministerium des Innern in Dresden erteilt. Am 27. Mai 1864 izerwandelte die Regierung diese persönliche Konzession unter gewissen Bedingungen in ein auf dem Hause des Apothekers ruhendes Realrecht.

 

Papyrer -namentlich nicht bekannt

Musikant -namentlich nicht bekannt

Quelle: Archiv Lupano und Paul Beierlein Band 3 Handwerk im Mittelalter, Bilder aus dem Handwerkskalender Thüringen 2017,2018; Heimatmuseum Rothenburg ob der Tauber