Auszüge aus:

Das Voigtland- Volksbrauch, Aberglaube, Sagen und andere alte Überlieferungen von Johann August Ernst Köhler 1867 verlegt von Verlag-Rockstuhl 2008

Auszüge die Gegend um Elsterberg betreffend

Ortsnamen

Limmer schreibt, dass man 869 die Elster als die Grenze zwischen Thüringen und dem Slaven Land bestimmte und dass wahrscheinlich zur Sicherheit der Burgen Reichenfels, Widersberg, Sachsgrün, Stein, Mühltroff und Elsterberg gegründet wurde. S.19

 

Dasselbe ist auch aus der Zahl der Ansiedlungen, die slawische Namen trage, zu ersehen. Limmer zählt deren 115 in dem Reußischen, 79 aber in dem sächsischen Vogtland; Zu der Fläche verhalte sich im Reußischen die ursprünglich sklavischen Orte ungefähr wie 4: 1, wie 3: 1 dagegen in dem jetzt sächsischen Vogtland. S 44

 

In einer langen Reihe sklavischer Ortsnamenspricht sich der naturbeschreibende Charakteraus. Es ist zunächst der Gegensatz von hoch zu tief, den wir berühren wollen. Eine Menge von Ortsnamen lässt mehr oder weniger deutlich das slawische gora oder hora (der Berg) erkennen; es mögen folgende Namen genannt werden: unter anderen Görschnitz, Klein-Gera bei Elsterberg, Grochlitz und Irchwitz. S. 46

 

Coschütz bei Elsterberg, das um das Jahr 1480 Kothwitz geschrieben wird, kann vielleicht mit Buschdorf übersetzt werden, wenn man es nicht vorzieht, hierbei an des slawische kocjel (kotjel), der Kessel, und somit an einen opferplatz zu denken.  S. 50

 

Der slawische Name Greiz und Hradschin bezeichnen einfach Burgen. S.61

 

Die elfte Stunde, eine bei Greiz im Gommlaer Wald liegende Schlucht, gilt bei den Umwohnenden als nicht geheuer und gespenstisch. Da das Wort Stunde im Volksdialekt „Stunne“ gesprochen wird, und das englische to stun erschrecken, schauern heißt, so wird der Name „elfte Stunde“ wenn man die Elfensage mit dem Orte in Verbindung bringt, zu Elvinstuny, Elfenschauer oder Elfenscheu. S. 80

 

Nach Osten, wie bei Elsterberg und Reichenbach treten Ortsnamen mit Reuthe nur vereinzelt auf. S.94

 

Eine Anzahl von Ortsnamendeutet die Beschaffenheit des Bodens und der Gegend an. Dürre Henne oder auch Thürnhof bei Elsterberg, das auf Schenks Karte „dürre Hof“ geschrieben wird. S. 97

 

In den Kapellen oder Kirchen einzelner  Orte standen früher wundertätige Marienbilder, so z. B. in Schönfels bei Greiz anschließende St. Adelheit hatte bereits vor Erbauung der Greizer Kirche eine der Adelheit gewidmete und von der Elsterberger Kirche abhängige Kapelle. Diese, sowie noch andere Kirchen und Kapellen waren stark besuchte Wallfahrtspunkte. S. 102

 

Einige Namen stammen aus älteren Zeiten, wie der Frankenhof bei Elsterberg. S 118

Im niederen Vogtlande, in der Gegend von Reichenbach bis Elsterberg, von Greiz bis Hohenleuben und auch im Bezirk Bayern, z. B. in Selbitz und Umgebung , blüht eine andere Industrie, die ebenfalls der Wohnstube ein besonderes Gepräge gibt. Es ist die Weberei, welche zum Teil von den Städten auf die Dörfer wandert. S. 148