Die Bürgermeister der Stadt
Die Verwaltung der Stadt lag bis kurz nach 1300 in den Händen des lobdaburgischen Richter und Vogtes.
Später trat der Bürgermeister an der Spitze des Gemeinwesens. Es gab in Elsterberg drei Bürgermeister, die die Amtsgeschäfte abwechselnd führten und zwar so, dass der erste Bürgermeister nach Ablauf seines Amtsjahres noch ein Jahr als Beisitzer in dem regierenden Rate verblieb, im dritten Jahr aber ausschied.
Eine neue Ratsordnung im Jahre 1724 beschränkte die Bürgermeister auf zwei, die sich in der Führung der Geschäfte alle zwei Jahre ablösten.
1833 erhielt Elsterberg auf Grund der sächs. Gemeindeordnung von 1832 einen beamteten Bürgermeister. Die Wahl der Bürgermeister und Geschorenen erfolgte nicht durch die Gemeinde, sondern durch den Rat selbst.
1418 Hans Stuler
1430 Jacoff Polther
1445 Nickel Ansorge
1460 Cuncz Meideler
um1465 Hans Putzsch
1469 Hans Weidner
1495 Jakob Millener
1530 1536 Georg Friedrich
1554 Lorenz Öttel
1566 Urban Scherer
1573 Hans Sättler der Ältere
1574 Georg J a h n
1578, 1583, 1588 Jakob Keulig
1583, 1585, 1588, 1605 Balzer Zicker
1584, 1588 Georg Nagler
1589-1608 Martin Ulle
1608 Hans Diezel
1609 Kaspar Becker
1610, 1627 Hans Strauß (beerdigt am 18. 5. 1627, 74 Jahre alt)
1613, 1633 Adam Schmidt (beerdigt am 22. 11. 1633, 70 Jahre alt)
1613, 1636 Hans Dietzsch
1621, 1648 Wolf Pöhler
1626, 1646 Gregor Dietzel (beerdigt am 6. 9. 1646, 48 Jahre alt)
1632, 1649 Kaspar Georg Hartenstein
1642 Balthasar Zicker
1642 Georg Schaarschmidt
1643, 1663 Georg Döhn
1646 Hans Strauß
1647 Hans Schöpfel
1658 Gregor Dietzel
1658 Augustin Diezel
1659 Bartholomäus Frießn e r
1664 David Werne r
1667 Johann Klug (e)
1671 Christian Diezel
1681 Daniel Hartenstein
1683 Lorenz Frießner
um1685 Friedrich Pauli
1689 George Cunigham
1698 Johann Kaspar Born -Chronik Elsterberg/V. Band III
1701 Johann Georg Steinmüller
1709, 1718 Bartholomäus Frießner
1711, 1723 Johann Hugo
1724 Gottlieb Frommhold
1725 Georg Adam Müller
1728 Simon Herman n
1728 Simon Becker
1742 Johann Christian Schubart
1752 Andreas Haueisen
1755, 1764 Johann Gottlieb Becker
1764, 1769, 1792 Johann Thiele
1769 Johann Georg Schneider
1782 … Kießling
1784 Johann Heinrich Mahler
1784 Friedrich Schüler
1789 Carl Gottlob Porstmann
1789 Christian Friedrich Dietzel
1789, 1798 Heinrich Gottlieb Hugo
1790 Johann Christian Schubert
1806 Heinrich Wilhelm Lorenz
1806 Christian Friedrich Seydel
1818 Christian Friedrich Kießling
1821, 1831 Johann Gottlieb Herrmann
1831 bis 1833 Johann Gottfried Haueisen (Vertr.).
Seit 1833 wirkten als beamtete Bürgermeister:
1833-1836 Christian August Wolf
1836-1837 Carl August Diezel
1837-1838 Heinrich Wilhelm Steinmüller
1839-1849 Stadtrichter E. Hertel als prov. Bürgermeister
1849-1852 med. pract. Ernst Gustav Blankmeister
1852-1883 Franz Adolf Steinmüller
1883-1887 Heinrich Schulze
1887-1903 Heinrich Haueisen
1903-1922 Emil Gebauer
16.10.1922- 25.4.1945 Otto Lieske
Chronik Elsterberg/V. Band III

25.4.1945- 11.7.1947 Otto Geiler
1.10.1947- 7.12.1950 Walter Ritter
22.12.1950- Nov. 1954 Paul Rudorisch
Nov. 1954- Mai 1955 Heinrich Fischer
Jun. 1955- jun. 1960 Albert Biering
Jul. 1960- Jul. 1974 Anton Landgraf
Sep. 1974- Sep. 1975 Heinz Maier
Okt. 1975- Sep. 1986 Gerhard Braun
Okt. 1986- Nov. 1986 Werner Fischer
1.2.1986- Jun 2015 Volker Jenennchen
1.7.2015- Mai 2022 Sandro Bauroth
Jun. 2022- Axel Markert
XXIII. Verzeichnis der Bürgermeister
Der Nachtwächter belastete den städtischen Haushalt nur insofern, als die Gemeinde 1 Klafter Holz für ihn aufzubringen hatte. Im Übrigen mussten ihn die Bürger aus ihren Mitteln unterhalten. Ähnlich lagen die Verhältnisse beim Stadthirten, dessen Aufgabe darin bestand, das Vieh der Einwohner auf die städtischen Weiden zu treiben[1]. Der Name »Saugasse«, die alte Bezeichnung für die Hohndorfer Straße, erinnert an den einstigen Sau- oder Viehhirten, der wohl die »Saugasse« benutzte, um mit seinen Schweinen den vorgeschriebenen Weidebezirk zu erreichen.
[1] Die Statuten vom Jahre 1539 bestätigen, dass nicht nur die Herrschaft, sondern auch die Stadt gewisse Hutungsrechte besaß. Es heißt dort: »Es sollen auch die Bürger mit ihrem Viehe in ihre ei g e n e Hölzer hüten und treiben lassen.« Bei Hochwasser durfte das Stadtvieh durch herrschaftliches Gebiet »hinauf zu ihrer [der städtischen] Hutweide«, die auf der Weßnitz lag, getrieben werden.
Unter den Aufgaben, die die Stadtverwaltung zu erledigen hatte, besaßen neben den Finanzgeschäften Feuerschutz, Gesundheitspflege und Armenwesen eine besondere Bedeutung.
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(26. März 1492)« Demzufolge muss der Brand, der von zwei Männern namens Schenk und Freungkleben angelegt worden war, kurz vorher, am 24. oder 25. März 1492, ausgebrochen sein.
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Am Dezember 1638 schlug bei einem Wintergewitter ein Blitz in den Turm der Kirche und äscherte sie und das benachbarte Pfarrhaus ein.
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Ein weit furchtbareres Unglück betraf die Stadt am März des Jahres 1702[1]. Infolge Unvorsichtigkeit eines Bürgers namens Martin Schmidt entstand abends um 9 Uhr plötzlich Feuer, das sich rasch ausbreitete und die gesamte Innenstadt mit Ausnahme der Pfarre, des Archidiakonates, des Frankenhofes und eines kleinen Häuschens vernichtete.
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Am 7. Dezember 1815 wurde ein Brand, der für die Stadt verhängnisvoll zu werden drohte, unter Aufbietung aller Kräfte auf seinen Herd beschränkt
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Am folgenschwersten wirkte sich der Brand vom Mai 1840 aus[1]. Um 2 Uhr morgens brach am Markt Feuer aus, das sich rasch über die Stadt verbreitete. Binnen fünf Stunden waren 121 Häuser, darunter Kirche, Rathaus, Schule, Pfarre, Archidiakonat und Diakonat, in denen mehr als 200 Familien wohnten, nebst einer weit größeren Anzahl von Hinter- und Nebengebäuden ein Aschehausen
[1] Damals wurde das Rats- und Schlossarchiv vollständig, das Pfarrarchiv zum großen Teile vernichtet. Welche Werte dabei zugrunde gingen, zeigt folgendes »Verzeichnis der Urkunden und Akten« der Stadt Elsterberg vom Jahre 1832 (AKr Zwickau F IIb 104): 1. Gesetzsammlung vom Jahre 1818 an, 2. Stadthandelsbücher v. Jahre 1608-1833, 12 Vol., 3. Sammlung einiger Gesetze und Gewohnheitsrechte vom Jahre 1398, 4. ein gebundenes Verzeichnis sämtlicher Ratsmitglieder von 1382-1480, 5. Gouvernements Befehle von 1814 gebunden, 6. Bürgermatrikul von 1725, 7. dergl. de anno 1830, 8. Churfürstl. sächs. Ordonnanz vom Jahre 1752, 9. Protokolle über Verschreibungen de ao. 1733-1833, 16 Vol., 10. Acta, das Fischwasser im Steinicht betr., 4 Vol., 11. Schocksteuerkataster de anno 1725, 12. Protokolle vom Jahre 1831-33, 13. Acta, die Steueranlagen betr., 14. eine Partie alter Verordnungen und Befehle, 16. Statuten der Stadt Elsterberg de anno 1669 in duplo, 17. Abschrift der Elsterberger Ratsordnung vom Jahre 1744, 18. Originalia der Elsterberger Statuten de annis 1480-1574, 19. Confirmationsurkunde der Elsterberger Privilegien de anno 1595, 20. dergl. von 1639.
[1] Siehe Band II, Seite 43/44 Fußnote Nr. 179.