Stadtmauer erbaut 1354-1368- Abbruch eines Teil 1828

Die Stadtmauer nahm ihren Anfang an dem ersten Turm der Burg, verlief in südwestlicher Richtung in einer Länge von 405 Ellen (= 229,38 m) bis dorthin, wo Haus Nr. 7 der Wallstraße steht. Bildete hier eine ziemlich stark ausladende, viel-eckige Bastion, von der 1929 eingebaute Teile bloßgelegt worden sind[1]. Dann bog sie nach Südsüdost um, bis sie nach 260 Ellen (= 147,25 m) die Pfortenstraße überquerte. Weiter zog sie an der Mühl- und Schulstraße entlang bis an den Schloss-berg, wo sie, nunmehr nordwärts verlaufend, den Anschluss an den dritten Burg-turm erreichte. Diese Südostseite besaß eine Länge von 540 Ellen (= 305,84 m). Die Gesamtausdehnung der Elsterberger Stadtmauer betrug also 1.205 Ellen (=682,48 m). In die Lücke zwischen ersten und dritten Schlossturm schob sich das wehrhafte Schloss ein, so dass sich hier städtische Befestigungen erübrigten. Stadt und Burg bildeten ein Verteidigungssystem von geschlossener Einheit.

Über die Höhe der Stadtmauer besitzen wir so gut wie keine Unterlagen. Wenn das Bild von 1773[1] nicht trügt, muss sie 8 – 9 Meter betragen haben. Das be-stätigen auch Beobachtungen, die dort gemacht werden können, wo die Mauer an den dritten Burgturm stieß[2].

Die Stärke der Mauer betrug, wie im Lorenzschen Garten am Markt und im Strauß’ schen Haus (Schlossstraße Nr. 11) festzustellen ist, im allgemeinen 2 Meter.

Rings um die Innenseite der Mauer lief der Wehrgang. Ein mit Schindeln gedecktes Dach schützte ihn und die Stadtmauer vor Witterungseinflüssen.

[1] Siehe UB., Seite 2 Inhaltsübersicht, Bilderanhang

[2] Im Grundstück des Tischlermeisters P. Beierlein (Schlossberg).

Altstadt 1928-1930

Welches Haus in der Thomas-Müntzer Str. war 1446-1529 die St. Wolfgangkapelle? Es wurde ab 1575 als Wohnhaus genutzt und entging außerhalb der Stadtmauern an der Elster und dem Mühlgraben den verschiedenen Stadtbränden. Wo gibt es noch Gewölbe oder Kapellen ähnliche Räume?

Quellen:  [1] UB. Nr. 162.

[1] ThStA Weimar Reg. Ii 1330.

[1] Pfarrarchiv Elsterberg X 10: „Hans Settler von sanct Wolffgangk.“ Ähnlich 1582. HStA Dresden Loc. 1978 Generalvis. d. Sup. Plauen.

Es ist bekannt, das Haus 236 war 1520 schon Gasthaus und Herberge (Thomas Müntzer). Das Haus 243 hat eine Ersterwähnung von 1625.

In den Häusern dazwischen gab es am Mühlgraben eine St. Wolfgangskapelle und ein Hospital.  Da aber jede Unterstützung ausblieb, wurde 1780 das Hospital abgebrochen. Der 24 Ellen lange und 10 bis 15 (10 x 6m)Ellen breite Platz blieb anfangs liegen, wurde jedoch am 21. September 1793 dem Gastwirt Joh. Ad. Schneider als Garten gegen einen jährlichen Zins von 16 Groschen überlassen (am Mühlgraben in der Thomas-Müntzer Str.)

Ephoralarchiv Plauen II V 1 IV: Das Hospital ist auf Tafel I des UB. gut zu erkennen. Es ist das durchlöcherte, mit Stämmen gestützte, scheunenartige Gebäude links von der Brücke.