

Elsterberg um 1790
Der Nachtwächter belastete den städtischen Haushalt nur insofern, als die Gemeinde 1 Klafter Holz für ihn aufzubringen hatte. Im Übrigen mussten ihn die Bürger aus ihren Mitteln unterhalten. Ähnlich lagen die Verhältnisse beim Stadthirten, dessen Aufgabe darin bestand, das Vieh der Einwohner auf die städtischen Weiden zu treiben[1]. Der Name »Saugasse«, die alte Bezeichnung für die Hohndorfer Straße, erinnert an den einstigen Sau- oder Viehhirten, der wohl die »Saugasse« benutzte, um mit seinen Schweinen den vorgeschriebenen Weidebezirk zu erreichen.

Die Stadt Elsterberg mit seiner Stadtmauer
Das Schloss Elsterberg, nachgewiesener Rittersitz, in alten Zeiten und eine stattliche Festung war, und in der die wüste Schlosskirche steht. Das Rittergut Franckenhoff
1638). Vgl. auch PfAE. XVII 37: Wolf Bauer besitzt einen
Garten bey de Band, Frankenpforte“ (1700). P. Beierlein 2 Band S. 226

Die Verwüstungen nach dem Stadtbrand 1840
Colera- Erkrankungen und Opfer aus 1865 in Elsterberg

Der Elsterberger Flurbezirk umfasste im Jahre 1718 zehn Vollhufen. 1843 war er 439,86 ha, 1860: 440,02 ha, 1891: 445,35 ha und 1931: 445,38 ha groß. Wald, Wiesen, Felder, Weiden, Gewässer usw. verteilten sich wie folgt:
1843 1891 1931
Wald 79,70 ha 85,82 ha 89,87 ha
Wiesen 86,01 ha 99,74 ha 91,52 ha
Felder 207,93 ha 183,22 ha 131,14 ha
Straßen und Wege 37,74 ha 31,76 ha 21,50 ha
bebaute Grundstücke 2,30 ha 13,89 ha 38,47 ha
Gärten 12,60 ha 19,03 ha 40,02 ha
Ödland 0,24 ha 0,97 ha 3,00 ha
Weiden und Hutungen 12,61 ha 10,09 ha 6,00 ha
öffentl. Anlagen und Friedhof —- —- 6,00 ha
Gewässer 0,76 ha 0,82 ha 17,86 ha
Die Aufteilung der Elsterberger Stadtflur in mehr oder weniger große Blöcke weist darauf hin, dass diese schon vor der deutschen Besiedlung von den Slawen bewohnt gewesen sein muss.
Bei Einführung der Flurbücher gliederte man die gesamte Elsterberger Stadtflur in folgende natürliche Einheiten:
Das Steinicht (Flurbuchnummer 1-12),
die Gippe (13-96),
der Görschnitzberg (97-149), Es ist wahrscheinlich, dass in Görschnitz (ält.Gorsenize) ebenfalls die slawische Grundform gora steckt
die Triebitzflur (150-182),
die Hohndorfer Flur (183-273),
die Gosse (274-331),
der Braunstein (332-345),
die Weßnitzflur (346-461), So bedeutet Weßnitz Ulmenort und Gera, dessen ältere Form Goren heißt, Bergort,
die Schlosswiesenflur (462-485), Schlosswiese und waren einst herrschaftliches, Bürgermeister- und städtisches Besitztum.,
die Sachswitzer Flur (526-556),
das Steinrinnel (557-569),
die Fundgrube (570-592),
der Kleingeraberg (593-618),
die Coschützbergflur (619-638),
der Hain (639-656),
die Schlammflur (657-716), An den ehemaligen Bergbau bei Elsterberg und verwandte Betriebe weisen hin: Hebeisen, Schlamm
die Hebeisenflur (717-744) und
das Marleholz (745-748).
Innerhalb dieser Flurabschnitte lagen Felder, Wiesen, Gärten, Wälder und Gewässer
Industriepässe (Anlagen Nr. 1 und 3 zum SMAD-Befehl Nr. 72/1945)
-S. 100-102 Anlauft & Co., Wollen- und Seidenweberei, Elsterberg
.- S. 103-105 Herd- und Ofenfabrik Max Damisch, Elsterberg.
– S. 106-108 „Elestra“ Stepp- und Daunendeckenfabrik Alfred Goll, Elsterberg.
– S. 109-111 Franz Falk, Lederfabrik, Elsterberg.
– S. 112-114 F. B. Heckel & Sohn, Lederfabrik, Elsterberg.
– S. 115-117 Buchdruckerei Bruno Hinsching, Elsterberg.
– S. 118-120 Gebrüder Illing, Wirkwarenfabrik, Elsterberg.
– S. 121-123 Lederfabrik Elsterberg vorm. Franz Kahnes, Inhaber Ludwig Becker, Elsterberg.
– S. 124-128 Obernitz & Steudel, Mechanische Weberei, Elsterberg.
– S. 129-131 Oscar Otto, Elsterberg.- S. 132-134 Baumeister Franz Piehler, Elsterberg.
– S. 135-139 Franz H. Rentsch, Elsterberg.
– S. 140-142 Arno Renz, Elsterberg.
– S. 143-146 Albert Rudert, Elsterberg.
– S. 147-149 Ferdinand Schmidt, Brauerei, Elsterberg.
– S. 150- 152 Hugo Stompe, Mechanische Weberei, Elsterberg.
– S. 153-159 Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG, Werk Elsterberg.
